Dienstag, 19. Juli 2016

Na endlich.. Recherche zur AfD Berlin

Es wird Zeit. Zwei Monate vor der Wahl in Berlin gibt es nun auch eine umfassendere Recherche zur Hauptstadt-AfD. Auf antifa-berlin.info gibts das PDF und folgenden Ankündigungstext: „Auch in Berlin will die AfD im September in die Parlamente einziehen. Doch mit wem haben wir es genau zu tun? Die 16seitige Broschüre liefert einen detaillierten Einblick in die Hauptstadt-AfD, Rekrutierungsstrukturen, die Bundesgeschäftsstelle und das konservative Netzwerk hinter Beatrix von Storch. Es wurde alles zusammengetragen was sich im Berliner Landesverband in den letzten drei Jahren und insbesondere in den Monaten nach der Spaltung im Sommer 2015 getan hat….(mehr)

Zu Friedrichshain gibts da nicht so viel:



via Infoladen Daneben blogt http://ift.tt/29LqfEB

Montag, 6. Juni 2016

17. Juni: Identitären-Aufmarsch in Friedrichshain stoppen!

17. Juni: Identitären-Aufmarsch stoppen!
17 Uhr Strausberger Platz

Am 17. Juni 2016 will die neurechte „Identitäre Bewegung“ in Berlin einen europaweit mobilisierten Aufmarsch vom Strausberger Platz zum U-Bhf. Stadtmitte durchführen. Dieser soll Auftakt ihres „Sommers des Widerstandes“ gegen das „EU-Regime“ sein. Sie beziehen sich auf ganz Europa, das sie angeblich befrieden und vor der Geflüchtetenpolitik des „EU-Regimes“ schützen wollen. Mit dem historischen Datum 17. Juni knüpfen sie nahtlos an die Kundgebungen der NPD und ProDeutschland 2012 an gleicher Stelle an. Die Identitären versuchen mit antifeministischen, rassistischen und Islamfeindlichen Aktionen vor allem in Frankreich und Österreich durch scheinbar „hippe“ und coole Aktionen eine weitere Verschiebung nach Rechts in der Gesellschaft zu bewirken. In Verbindungen mit der AfD und der Jungen Alternativen (JA) scheinen sie auch in Deutschland aktiver zu werden.

Die Berliner Idenitären
Eine der ersten Aktion der „Identitären Bewegung Berlin“ war eine Art „Flashmob“ am Brandenburger Tor Anfang 2013. Hier versammelten sich knapp 15 Männer mit Schildern und Fahnen mit dem „Lambda“ Zeichen. Im Sommer 2013 versuchten ca. fünf Aktivist*innen der „Identitären Bewegung“ das „Lambda“ Zeichen auf die Warschauer Brücke zu malen. Dabei wurden sie von Antifas entdeckt und aus Friedrichshain hinaus vertrieben. Im Jahr 2013 wurden immer wieder vereinzelt Aufkleber der „Identitären Bewegung“ in verschiedenen Bezirken Berlins entdeckt. Die „Identitäre Bewegung“ blieb aber vor allem in Deutschland und Berlin ein Internetphänomen.
Im Juni 2015 stürmten ca. sieben Aktivist*innen der „Identitären Bewegung“ ein SPD Bürgerbüro in Oberschöneweide mit einem Banner „Stoppt den großen Austausch“. Es tauchten jetzt auch vermehrt Aufkleber in diesem Bezirk auf. Ebenso nahmen immer wieder Aktivist*innen an den Veranstaltungen von Bärgida teil. Bärgida ist der Berliner Ableger, der rassistischen und geflüchtetenfeindlichen Demonstrationen in Dresden (Pegida).

Dieser „neue“ Aktivismus ist seit Beginn 2016 in Berlin deutlich spürbar. Schwerpunkt (Aufkleber) ist zur Zeit Steglitz-Zehlendorf. Als hier eine Person Aufkleber der „Identitären Bewegung“ abkratzte, wurde sie von vier „Identitären“ beobachtet und anschließend gejagt. Bei einem ersten Stammtisch der „Identitären Bewegung“ nahmen ca. 20 Personen teil. Im Mai folgten mehrere kleine öffentliche Aktionen dicht hintereinander (eine Spendenrunde für „deutsche Obdachlose“, eine Pfefferspray-Verteil-Aktion an „deutsche“ Frauen, eine Kundgebung vor der türkischen Botschaft, und im Görlitzer Park tauchte ein Graffito auf).
Neben der rassistischen und aktuell geflüchtetenfeindlichen Ideologie profitiert die „Identitäre Bewegung Berlin“ von einer Zunahme eines antimuslimischen Rassismus in der Gesellschaft. Diese Hetze wird seit ein paar Monaten aktiv von der Alternative für Deutschland vorangetrieben und wurde in deren Bundesparteiprogramm festgeschrieben. Ebenso beflügelte die Berliner „Identitären“ das verstärkte und medienwirksame Dürchführen von Aktionen ihres österreichischen Ablegers.

Die „Identitäre Bewegung“ ist insbesondere für die intellektuelle Rechte und vor allem Jugendliche, die aktionsorientiert sind, attraktiv. Sie bekommen Zulauf und Beifall aus dem Milieu der Burschenschaften, deren theoretische Grundannahmen sich gegenseitig beeinflussen. Enge Verbindungen gibt es zur „Bibliothek des Konservatismus“ in Charlottenburg-Wilmersdorf und zur AfD. Darüberhinaus bestehen zahlreiche personelle Überschneidungen zur Jungen Alternativen (JA), der Jugendorganisation der AfD. Anführer der Berliner Indentitären ist beispielsweise Jannik Brämer, der nicht nur im Vorstand der Berliner Jungen Alternative ist, sondern auch noch von der AfD Charlottenburg zum Kandidaten für die Bezirksverordnetenversammlung aufgestellt wurde.

Zusammen mit dem „Berliner Bündnis gegen Rechts“ stellen wir uns aktiv dagegen: unser Berlin ist ein solidarisches! Ein Berlin des Miteinander! Ein Berlin ohne Rassist*innen und Antifeminist*innen! Lasst uns gemeinsam den Rechten der „Identitären Bewegung“ zeigen, was wir von ihnen halten: Patrioten sind Idioten – Identidioten stoppen!



via Infoladen Daneben blogt http://ift.tt/1ZrZ9W3

Dienstag, 19. April 2016

NoAfD-Sticker

Jetzt neu im Infoladen: Die Sticker Kollektion von „Nationalisus ist keine Alternative“ / Berlin ! Solange der Vorrat reicht..



via Infoladen Daneben blogt http://ift.tt/1VgcQZo

Donnerstag, 31. März 2016

Zur aktuellen Situation im Nordkiez

Im Januar und besonders vor der Demo am 06.02. haben wir viele Artikel veröffentlicht und versucht Menschen, die nicht im Nordkiez oder in Berlin leben, ein Bild von der aktuellen Situation zu vermitteln. Selbstkritisch müssen wir sagen, dass wir es bis auf den Auswertungsartikel zur Demo, den Texten zur aktuellen Situation der Rigaer 94 und dem Angriff der Bullen auf das Abstand nicht geschafft haben, kontinuierlich über die aktuelle Lage im Friedrichshainer Norden zu berichten. Dieser Artikel soll einen kurzen Einblick in die aktuelle Situation sowie einen Überblick über die letzten Ereignisse geben.

Exakt am Tag des ersten Großangriffs auf die Rigaer 94, den 13.01., schrieb der selbsterwählte Friedrichshainer Innenexperte Tom Schreiber (SPD Köpenick) auf Twitter: Die „Szeneläden“ im PLZ 10247 werden nun durch Anfragen von mir filetiert. Mal sehen, was danach noch übrig bleibt! Am Tag des Angriffs der Bullen auf das Abstand untermauerte er das erneut mit: Nach der Brandschutzverordnung und dem Gaststättenrecht müsste das „#Abstand“ wohl sofort geschlossen werden. Ich bin gespannt. Frage läuft. „ und weiter: Endlich mal ein #Richter, der einen Durchsuchungsbeschluss unterschrieb. So kann es weitergehen. Druck erhöhen. Tatsächlich wurden diese Twitterzeilen kurze Zeit später von Politik und Bullen in die Tat umgesetzt.

So wurde sich durch das Berliner LKA mit Hilfe von 250 Einsatzhundertschaftsbullen und dem Berliner Ordnungsamt am Samstag, den 4.03., Zutritt zu acht linken Läden (Fischladen, Filmrisz, Lauschangriff, Supamolly, Sama-Café, Schmutziges Hobby [RAW-Gelände] + 1 weiterer Laden auf dem RAW-Gelände, Jockels Biergarten [Xberg]) verschafft. In gewohnter Manier wurden während der Aktion komplette Straßenzüge abgesperrt, Leute nicht zu ihren Wohnungen gelassen und der Belagerungsszustand hergestellt. Als Grund für die sogenannte „Begehung“ wurde dieses mal Gewerberecht und eine irgendwann mal gestellte Anfrage vom stellvertrenden Bezirksbürgermeister angegeben. Je nachdem betraten zwischen 7 und 25 Bullen in voller Montur und ohne Kommentar die Läden. Alle Personen sowie die Räume wurden abgefilmt und währenddessen nicht auf Fragen, was das Ganze soll und was die Bullen wollen, reagiert. Erst nachdem alles abgefilmt war, erklärten zwei Bullen in Zivil, sie seien von der Gewerbeüberprüfungsabteilung des LKA. Gefragt wurde nach dem Jugendschutzgesetz, nach Preisen und Preislisten, nach Mitglieder*innenlisten und Vorstandsnamen und nach der „Körperschaft“ des Ladens (Kneipe, Verein, etc.). Es ist eindeutig, dass die Bullen wahllos Fragen stellten, um von ihren umfassenden Filmarbeiten abzulenken. Willkürlich wurden Personen in den Läden kontrolliert und Fragen nach den Gründen der „Begehung“ von den Bullen als zu provokativ eingeordnet. Das Ziel des Berliner LKA ist klar: noch mehr Videomaterial von Räumen und mal wieder mit Hunderten von Bullen den Kiez terrorisieren.

Seitdem ist die Bullenpräsenz im Vergleich zu den letzten Monaten stark zurückgegangen. Vor allem unter der Woche und tagsüber lassen sich vermehrt Streifenwagen statt Wannen blicken. Die vor kurzem veröffentlichten Zahlen zu Personenkontrollen durch eine Anfrage an den Senat von den Piraten sprechen über die Zeit vom 13. Januar bis 29. Februar eine deutliche Sprache. So sollen in dem Zeitraum rund um die Rigaer Straße 1.883 sogenannte Identitätsfeststellungen duchgeführt worden sein.

Die massiven Angriffe auf selbstverwaltete Strukturen in diesem Kiez sind auch auf das Konto von Michael Krömer, Direktor beim Polizeipräsidenten und dienstältester ranghoher Polizeiführer, zurückzuführen. Seit Sommer 2014 hat er wohl den Rigaerkiez als „persönliche Herausforderung“ übernommen. Das Ziel der Berliner Politik: den Kiez befrieden und den Widerstand der Bewohner*innen gegen Gentrifizierung und staatliche Gewalt und für solidarische Strukturen brechen.

Doch an den Befriedungsphantasien werden sich Politik und Bullen noch die Zähne ausbeißen. Während Politiker*innen sich gegenseitig über irgendwelchen Rechtmäßigkeiten zerreißen, arbeiten wir weiter an einer Vernetzung und einem breiteren Austausch in unserem rechtsfreien Raum. So fand am 19.03. erneut eine Kiezversammlung statt und die nächste ist bereits in Planung.

Auch das Wetter geht wieder bergauf und der Dorfplatz (Rigaer / Liebig) und die Straßen des Kiezes füllen sich wieder mehr mit Leben. Es liegt an uns allen, den damit einhergehenden Bullenschikanen etwas entgegenzusetzen und den Nordkiez als das zu erhalten, was er ist: unbeugsam!



via Infoladen Daneben blogt http://ift.tt/1pOfSGS

Donnerstag, 7. Januar 2016

Demo am 6.02: Rebellische Strukturen verteidigen, solidarische Kieze schaffen !

Berlin-Friedrichshain im Jahr 2015: Seit November ist es amtlich: der Friedrichshainer Nordkiez ist ein Gefahrengebiet. Die Berliner Autoritäten in Politik und Polizei müssen nach Jahren des unermüdlichen Kampfes endlich ihre Bemühungen aufgeben, die Verhältnisse schön zu reden. Während sie im geförderten Sanierungsgebiet über Jahre erfolgreich versuchten, Investor*innen mit fetten Gewinnversprechen anzulocken, müssen sie nun zugeben, dass die Menschen, die im Nordkiez leben, erbittert Widerstand leisten. Die Konsequenz für die Berliner Politik: Der Kiez wird zum Gefahrengebiet erklärt. Seitdem finden wahllose Personenkontrollen statt, die jederzeit alle treffen können. Den vorläufigen Höhepunkt stellte bisher der Abend des 28.11.15 dar, in der in einer massenhaften Kontrolle 91 Personen kontrolliert, schikaniert, geschlagen und mehrere Personen verhaftet wurden.

Liebig 14: Never Rest in Peace!

Rückblick: Berlin-Friedrichshain im Februar 2011: Am 02.02. räumte eine Armada von über 2500 Bullen aus dem gesamten Bundesgebiet das Wohn- und Kulturprojekt Liebig 14. 25 Menschen wurden auf die Straße gesetzt und erneut ein Raum des solidarischen Zusammenlebens und des kollektiven Widerstandes zerstört. Die internationalen Proteste gegen die Räumung des 1990 besetzten Projektes und die damit verbundenen direkten Aktionen zeigten, wie wichtig den Menschen ihr Raum und die damit verbundene Utopie eines herrschaftsfreien Lebens waren und sind, denn vergessen ist die Liebig 14 bis heute nicht!

Konnte die Räumung der Liebig 14 zwar nicht verhindert werden, so steht sie dennoch exemplarisch für den vielfältigen Widerstand gegen die Stadtentwicklung in Berlin. Eben diese Stadtentwicklung, die auch den Friedrichshainer Nordkiez angreift und zu einem weiteren Abklatsch der hippen Simon-Dach-Straße verkommen lassen will. Es zeigt sich die Fratze der Gentrifizierung bereits spürbar und es vergeht kein Tag ohne Luxussanierung, Aufwertung und der damit verbundenen systematischen Vertreibung von allen, die nicht ins hippe, reiche und neue Berlin passen und / oder nicht passen wollen. Hinzu kommen staatliche Massnahmen wie die Ausrufung bestimmter Stadtteile zu Gefahrengebieten, die auch als Ausdruck der Angst der Herrschenden vor Kontrollverlust zu verstehen sind.

Mediale Hetze und Extremismustheorien

Über Jahre hinweg wird ein komplettes Viertel unter Generalverdacht gestellt. Würde man der Berichterstattung von RBB, BZ und Tagesspiegel Glauben schenken, so entstände ein Bild von einem Viertel, in dem Mord und Totschlag an der Tagesordnung wären. Selbstdarsteller wie der SPD Innenpolitiker Tom Schreiber sind die treibenden Kräfte hinter dieser medialen Schmutzkampagne gegen alles, was den Extremist*innen der gesellschaftlichen Mitte nicht passt. Diese gesellschaftliche Mitte, die unter anderem zu den Taten des Nationalsozialistischen Untergrunds schweigt und aus jeder brennenden Mülltonne einen Akt des Terrors macht. So wird die Rigaerstraße mal eben mit National Befreiten Zonen verglichen und der legitime Widerstand gegen Luxussanierungen und systematische Vetreibung mit dem faschistisch motivierten Brandanschlag auf die bezugsfertige Flüchtlingsunterkunft in Tröglitz auf eine Stufe gestellt. Die Systematik dahinter: jeder Funke progressiven Widerstands, der sich gegen die herrschende Doktrin wendet, wird mit dem Treiben neonazistischer Mörderbanden gleichgesetzt. Was unter dem Strich dabei rauskommt: Alles Terror!

The Show must go on!

Für Menschen wie Frank Henkel, Tom Schreiber und Gunnar Schupelius ist der Nordkiez ein Ort welcher komplett befriedet bzw. ein Problem, was vollkommen beseitig werden soll. Für uns als Menschen, die hier leben, wohnen und arbeiten ist der Nordkiez vor allem eins: Ein widerständiger Ort mit einer langen Geschichte und den verschiedensten Lebensentwürfen, die auf Kollektivität und Solidarität basieren. Genau diese Lebensentwürfe gilt es zu verteidigen, denn das Leben, was wir hier im umkämpften Nordkiez führen ist (auch) Ausdruck unserer Leidenschaft zur Freiheit und der Versuch eines schöneren Lebens entgegegen dem des kapitalistischen Normalvollzugs. Daran wird weder die andauernde Hetzkampagne des neuen wanna-be Innensenators Tom Schreiber, noch das ausgerufene Gefahrengebiet und der damit verbundene Bullenterror etwas ändern!

Wie wir uns die Demo vorstellen: Wir wollen am 6.2. mit einer kraftvollen, lautstarken und entschlossenen Demo auf die Straße gehen, aber auch Anknüpfungspunkte für Menschen bieten, die sich nicht der „Szene“ zuordnen. Wir wollen nicht dieselben Fehler machen, die in den letzten Jahren bei Berliner Demos gemacht wurden. Damit meinen wir, dass es aus unserer Sicht wenig Sinn macht, einen verbalradikalen Aufruf nach dem anderen zu veröffentlichen und somit Sachen suggeriert werden, die real nicht umsetzbar sind. Dennoch wissen wir um den politischen Kompromiss , den wir mit einer angemeldeten Demo eingehen, der uns alles andere als leicht fiel. Aber auch wir müssen uns an den Situationen und Szenarien orientieren, die umsetzbar sind .

Die politischen Projekte des Friedrichshainer Nordkiezes rufen all diejenigen zur Solidarität auf, die den Nordkiez bunt, wild, laut, unbequem und widerständig erhalten wollen! Zusammen mit euch wollen wir in Zeiten der Aufwertung und Verdrängung für solidarische Kieze demonstrieren. Wir wollen die vielfältigen Kämpfe in Berlin, die um jeden Zentimeter geführt werden, als einen gemeinsamen Kampf verstehen. Sei es die Friedel 54, die gerade um ihren Kiezladen kämpft, die Liebig 34, deren Verträge Ende 2018 auslaufen, die Rigaer 94 , die sich mit einen neuen „Eigentümer“ auseinandersetzen muss, der Köpi Wagenlatz, der erneut versteigert , – oder das M99, das nach fast 30 Jahren dicht gemacht werden soll: Wir Bleiben Alle!

16:00 Uhr Auftaktkundgebung vor dem Wagenplatz Rummelplatz ( Gürtelstr. 26 )
17:00 Uhr ( pünktlich !!! ) Demo!



via Infoladen Daneben blogt http://ift.tt/22NrZTS

Montag, 30. November 2015

Analyse des Gefahrengebiet „Rigaer“

Bereits seit Oktober fahren die Bullen rund um die Rigaer Straße ihre neue Einsatzstrategie. Grundlage dafür ist die Einstufung der Gegend als gefährlichen Ort.

Um diese Sonderzonen allgemein besser zu verstehen und mit ihnen umzugehen muss man die Ziele verstehen, die die Bullen mit ihnen bekanntermaßen [*] verfolgen.

- dieVerdrängung unerwünschter Personengruppen (TrinkerInnen, Jugendliche, DrogenkonsumentInnen, Prostituierten, Wohnungslose u.ä.m.) aus dem öffentlichen Raum
- Aufwertung bestimmter städtischer Orte
- das Aufspüren von Menschen ohne Papiere
- Eindämmung von Protest und Unruhe.

Grundsätzlich verändert sich für uns die rechtliche Situation in Gefahrengebieten nicht. Zwar wird oft behauptet, dass Bullen außerhalb des Gefahrengebiets nicht verdachtsunabhängig kontrollieren könnten. In der Praxis aber kann jedes einzelne Schwein jederzeit und an jedem Ort einen Grund erfinden, um eine Kontrolle durchzuführen. Und das wird auch so gemacht, wie wir alle wissen.

Änderung der Bullentaktik
In den letzten Jahren haben Bullen in dieser Gegend meist versucht, sich als die Opfer von Gewalt darzustellen. Sie haben versucht, sich als Bürger in Uniform zu präsentieren. Es sollte der Anwohnerschaft vermittelt werden, dass auch normale Menschen jederzeit Opfer der Angriffe werden könnten, die sich aber meistens gegen die Bullen direkt richteten. Als zum Beispiel an Sylvester Luxusbauten und Autos zerstört wurden und eine Streife angegriffen wurde, wurden als Reaktion Zettel plakatiert. Darin werden die gezielten Sachbeschädigungen gegen Gentrifizierer als sinnfreier Vandalismus dargestellt. Die gleichzeitige Nennung mit dem Angriff gegen die Steife soll vermitteln, dass Bürger und Beamter in einem Boot sitzen. Die normalen Anwohner_innen wissen jedoch, dass für sie keine Gefahr besteht. Im Gegenteil wird militanten Aktionsformen eine hohe Bedeutung gegen die Aufwertung beigemessen.

Daher wurde die Einsatztaktik der Bullen jetzt geändert. Durch willkürliche Maßnahmen, die wir gerade jeden Tag erleben, werden die Leute der Gegend unter Generalverdacht gestellt. Die Bullen treten derzeit als Besatzer auf. Die einzelnen Bullen verhalten sich gegenüber der Bevölkerung feindlich:

- willkürliche, teils sehr entwürdigende Kontrollen (Genitalien abtasten, öffentliches Entkleiden der Kontrollierten, stundenlanges festsetzen bei Minusgraden und Regen)
- aggressives, aufgeputschtes Auftreten der Beamt_innen
- Anleuchten und Blenden mit Taschenlampen von Passanten, Beobachter_innen und Häuserfronten
- massives und martialisches Auffahren
- unbegründete Verschleppung ohne Angabe des Zielortes
- Platzverweise bis zu 48 Stunden

Effekte
Dies ist in so fern als positiv zu werten, dass wir die staatliche Anerkennung ausgestellt bekommen, dass hier rebellische Verhaltensweisen nicht vereinzelt auftreten sondern im Kiez verankert sind. Wie sollte es auch anders sein nach 25 Jahren permanenter Bemühungen?
Wir müssen uns aber bewusst darüber sein, dass eine realistischere Einschätzung unserer Gegner auch zwangsläufig zur Effektivierung seiner Aktionen führen wird. So haben die massiven Kontrollen der Bullen konkrete Auswirkungen. Sie beeinflussen das Straßenleben und drängen es zeitweise zurück. Einschänkungen und Demütigungen können zudem bei Betroffenen zu Frustration oder Traumatisierung führen. Wenn nicht öffentlich immer wieder benannt wird, dass die Schuldigen dieser Peinigung die Bullen sind und nicht diejenigen, die aktiv Widerstand leisten, könnte ein Entsolidarisierungseffekt eintreten.
Ein Nebeneffekt der Massenkontrollen ist, dass die Bullen Informationen über die Bevölkerungsstruktur gewinnen und ihre Software mit persönlichen Informationen der Anwohner_innen füttern können. Für sie ist z.B. von Interesse, wer mit wem wohin unterwegs ist. Dieses Interesse wurde schon bei vielen Kontrollen durch die eingesetzten Schweine konkret geäußert. Zudem füllen die vielen Durchsuchungen mit Zufallsfunden unserer zahlreichen Waffen und Drogen die Kriminalitäts-Statistik über die Gegend. Dumme Politiker_innen werden dann bei der nächsten Präsentation der offiziellen Zahlen glauben, hier wäre der größte Drogenumschlagplatz Berlins.

Einschätzung nach Lagesondierung
Bisher gehen die Leute in der Gegend mit den Bullen gut um. Für die Einsatzleitung der Schweine ist es schwierig, Reaktionen auf ihre Aktionen vorherzusagen. Das ist wichtig. Langfristige Perspektiven fehlen ihnen, der gesamte Einsatz kommt aus der Not eines Hardliners, der vor seiner Ernennung zum Innensenator große Töne gespuckt hat und sich längst zum gespött gemacht hat.
Nun, er und seine Schergen haben die Eskalation gewählt und falls sie zurück zur Normalität wollen, liegt ein langer steiniger Weg vor ihnen. Wir Anwohner_innen müssen uns noch entscheiden, was wir eigentlich wollen. Aber diese Entscheidung müssen wir wohl bedacht fällen und sollten uns nicht von der Hektik der Schweine anstecken lassen.

[*] vgl. Ullrich, P.; Tullney, M.: Die Konstruktion ‚gefährlicher Orte‘. Eine Problematisierung mit Beispielen aus Berlin und Leipzig, in: sozialraum.de 2012, Ausg. 2; http://ift.tt/1lpCB9Y

Diskussion zum Text unter http://ift.tt/1YBxUbH



via Infoladen Daneben blogt http://ift.tt/21otYNN

Donnerstag, 29. Oktober 2015

Herbstdefensive für die AfD!


Bunter Wind in Lichtenberg gegen den AfD-Kreisverband des Nachbarbezirks

Die erste AfD-Demonstration am 24.10 war eine klare Niederlage für die Rassist*innen. Es kamen nur 200 Leute und die Demonstration wurde vom größeren Gegenprotest übertönt. Die AfD beschwert sich nun in weinerlichem Ton darüber, dass Kneipen sie vor die Tür setzen und sie immer mehr Gegenwind bekommen. Die AfD findet sich innerhalb kürzester Zeit in der Defensive, die „Wir sind das Volk“-Stimmung ist verflogen. Daran wollen wir anknüpfen. Die nächste AfD-Demonstration am 31.10 ist ein Zwischenschritt auf dem Weg zu ihrem bundesweiten Aufmarsch am 7. November. Wir werden auch diese AfD-Demonstration stören und den Rassist*innen deutlich zeigen, dass sie nicht willkommen sind.

Gegendemo // 31.10 // 15:00 // Karl-Liebknecht-Straße Ecke Spandauer Straße (Alexanderplatz), Neptunbrunnen

Am 7.11. wollen sie dann ihre „Großdemo“ in Berlin veranstalten. Achtet auf Ankündingungen auf antifa-berlin.info



via Infoladen Daneben blogt http://ift.tt/20dJuve